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45. Jahrestagung der DGfS

8.-10. März 2023

Rahmenthema: Sprachliche Kreativität und Routine

Mit dem Rahmenthema der 45. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft an der Universität zu Köln, Sprachliche Kreativität und Routine, möchten wir das Kommunikationssystem Sprache unter dem Blickwinkel des Zusammenspiels dieser beiden Kräfte beleuchten. Das kognitive und soziale System Sprache ist einerseits hochflexibel und anpassbar. Andererseits baut es auf Konventionen, Normen und Regeln, ohne die eine erfolgreiche Kommunikation nicht möglich ist.

Gesprächsbeteiligte dürfen und müssen kreativ sein, um ihre kommunikativen Ziele effizient zu erreichen. Gleichzeitig müssen sie Routinen anwenden, um einander zu verstehen. Dabei kann Kreativität die Grenzen von Routinen ausloten, Routinen missachten, Routinen – beispielsweise sprachhistorisch – verändern. Routinen ihrerseits stützen Kreativität und können sie herausfordern, beispielsweise, wenn sie unscharfe Grenzen haben oder zu haben scheinen. 

Das Zusammenspiel von sprachlicher Kreativität und Routine kann den Erfolg von Kommunikation begünstigen aber auch gefährden. Der zweite Aspekt stellt eine interessante, weniger beachtete Perspektive in der Untersuchung von Sprache dar, die wir ausschöpfen wollen. Zentrale Fragen, die sich hier auftun, sind einerseits, welche Aspekte des Zusammenspiels von Kreativität und Routine Probleme in der Kommunikation verursachen bzw. verursachen können, und andererseits, welche Ressourcen und Strategien angewendet werden, um Probleme aus dem Weg zu räumen. Beide Fragenkomplexe – Problementstehung und Problemlösung – haben individuenspezifische, sprachgemeinschaftsspezifische und kulturelle Komponenten. Beispielsweise können je nach individuellen Fähigkeiten und Präferenzen kreative Abweichungen oder Erweiterungen von Routinen unterschiedlich wahrgenommen oder toleriert werden. Auch Problemlösungen können sich individuell, zum Beispiel in Abhängigkeit von kognitiven Ressourcen oder in Abhängigkeit von (mehr-)sprachigen Hintergründen unterscheiden.

Die DGfS lädt hiermit Vorschläge für Arbeitsgruppen für die 45. Jahrestagung ein, die sich mit dem Zusammenspiel von sprachlicher Kreativität und Routine befassen. Das Thema bietet die Möglichkeit, Sprache in einem weiten Spektrum von unter anderem sprachsystemischen, kognitiven und sozialen Aspekten im Hinblick auf erfolgreiche und auch nicht erfolgreiche Kommunikation intensiv zu diskutieren.

Arbeitsgruppenvorschläge können bis zum 15.4.2022 an das federführende Mitglied des Programmausschusses, Prof. Dr. Mingya Liu (Humboldt-Universität zu Berlin), gemacht werden. Kontakt: mingya.liu (at) hu-berlin.de. Die Vorschläge können auf Deutsch oder Englisch eingereicht werden, je nach geplanter Vortragssprache in der Arbeitsgruppe. Weitere Information zur AG-Vorschlägen findet man auf den Seiten der DGfS, insbesondere hier.